Publiziert: 01.07.2017

Scheibenschlogsunnta

Ein alter Brauch heidnischer Natur, zum ersten Sonntag in der Fastenzeit, sinnhaft für das Vertreiben der Winterdämonen und den Frühling zum Erwecken.  Dieser Feuerbrauch zählt zu den ältesten im gesamten Alpenraum und wird bei uns im Vinschgau seit jeher praktiziert.

Auf Anhöhen, wie hier am Rosskopf in Prad, unweit unseres Camping Sägemühle werden am Nachmittag mit dichtem Stroh und Schilf umwickelte Stangen und ein Holzkreuz umwickelt aufgebaut.

Bei Einbruch der Dunkelheit werden dann kunstvoll verzierte Holzscheiben ins Feuer gelegt und mit einer langen Rute über die Anhöhe kreisförmig in die Nacht geschleudert. Dazu wird ein Reim ausgerufen und diesen kann man hier am Camping noch gut hören:

„Kas in der Tosch,

Wein in der Flosch,
Korn in der Wonn,
Schmolz in der Pfonn,
Pfluag in der Eard!
Schaug, wie mein Scheibele weit ausigeat!“

Höhepunkt des Scheibenschlagens ist aber dann das Entzünden der sogenannten „Lärmstange und des Kreuzes um 20 Uhr zeitgleich mit den Kirchenglocken zum Ave Maria. Dazu rufen alle Anwesenden den Reim: ´Zunter, Zunter, Trallala´ bis das Kreuz abgebrannt ist.

Ein schön gleichmäßig loderndes Kreuz gilt für jeden Scheibenschlager als ein Erfolgserlebnis und verspricht eine ertragreiche Ernte.

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